über Escrima

Escrima steht für eine Systematik, die weit über die praktische Anwendung der Kampfkunst hinausgeht. Escrima (wie auch WingTsun – das Gegenstück aus China) ist ein ganzheitlicher Prozess, der den/die Escrima-Übenden/Übende durch intensives körperliches und geistiges Training lehrt, die Angriffsenergie primär zu kontrollieren und weiterhin gegebenenfalls durch Nachgeben zu „borgen“ – die angegriffenen Körperzonen werden so im Kontaktfall durch den gegnerischen Angriff „aufgeladen“ und geben, fast ohne eigenes Zutun, die Energie des Gegners unverbraucht und mit ganzer Wucht zurück. Dabei folgt alles einem sogenannten ‚roten Faden‘ – dem Prinzip des ‚Abschirmens‘!

Durch die kulturelle Herkunft aus den Philippinen hatte sich die Ausbildungsmethode anhand von Hieb- und Stichwaffen entwickelt. Dies aus dem einfachen Grund, um sich durch diese Fähigkeit seine Kampfkraft mit einem Mal um ein Vielfaches zu steigern und um die Vorteile des Angreifers zu neutralisieren und ihn sozusagen ‚ auf gleiche Augenhöhe zu setzen. Erst mit der Erfindung der Schuss waffen wurde dieser Fortschritt mehr oder weniger zum Stillstand gebracht. Der heutige Gebrauch unterliegt strengen Gesetzen, weshalb bei der Ausbildung in der IUEWT nur gesetzlich erlaubte Gegenstände im Unterricht eingesetzt werden.

Der waffenlose Aspekt der Selbstverteidigung wird ebenso behandelt wie der Rest der Ausbildungsinhalte, um in der modernen Gesellschaft auch praktikabel bleiben zu können, denn man nicht wie in den vorherigen Epochen in den Philippinen immer ein Schwert oder ähnliches dabei (wie in Europa in diesen Zeit genauso!).

Die Tatsache, dass der Mensch wissenschaftlich nachgewiesen nicht mehr als 25 Bilder pro Sekunde verarbeiten kann, birgt erhebliche Risiken in der Selbstverteidigung – wenn man sich denn ausschließlich auf die visuelle Wahrnehmung zur Informationsverarbeitung verläßt, um darauf eine Abwehrstrategie zu begründen. Ein ernstgemeinter Angriff bewegt sich aber mit einer Bildrate weit jenseits von 25 Bildern pro Sekunde! Panik ist dabei vorprogrammiert - verschaffen Sie sich also durch eine logische Körperstrategie die notwendige Zeit für eine sicherere Entscheidung Ihrer Handlung.

Deshalb kann Escrima ohne Vorkenntnisse als ideale Ergänzung zu anderen Kampfsportarten/-künsten trainiert werden - weil die Vermittlung der IUEWT auf der Unabhängigkeit der Logik (des Körpers) basiert!


Als Strategie liegt das Abschirmens im Escrima zugrunde. Dabei werden alle Bewegungen mit angepaßter maximaler Reichweite so intelligent vor dem eigenen Körper (der Zielzone eines gegnerischen Angriffs) geführt, dass die Informationsverarbeitung sozusagen durch den entstehenden Waffenkontakt ‚erzwungen‘ wird – die Informationsverarbeitung über die taktile Wahrnehmung (Oberflächensensibilität durch Berührung und Druck) geschieht im zeitlichen Verhältnis 1:1 und dass ohne Qualitätsverlust! (Jede Berührung einer ungeschützten Hautstelle mit einer heißen Herdplatte und das anschließende unwillkürliche Wegziehen von der ‚Gefahrenquelle‘ bezeugen dieses Phänomen.)

Durch das kontaktorientierte Training im Escrima mit Gegenständen (z.B. gepolsterte und/oder ungepolsterte Rattanstöcke) gegeneinander werden alte risikobehaftete ‚Programme‘ umstrukturiert und in neue ‚Aktionsmuster‘ geordnet, die durch übergeordnete Strategien eingebunden und miteinander verbunden sind. Diese Aktionsmuster haben als Grundeigenschaft die Kontrolle – Kontrolle bedeutet ständiges vorteilhaftes Anpassen an die momentanen Gegebenheiten um Risiken nicht entstehen zu lassen.

Eine unglaubliche Bereicherung des individuellen Bewegungs- und Sinnes-Potentiales, erhöhte mentale und körperliche Flexibiliät, etc., sind weitere Resultate und ein konkreter Zugewinn durch das Escrima Training auf dem Weg zu umfassender Fitness- und Wellness, die als Beiprodukt effektive Sicherheit bietet – obwohl der pädagogische Ansatz unter diesem Aspekt beginnt. Gemäß den asiatischen Erfahrungsphilosophien des geistigen Lernens über die praktische Erfahrung – oder bekannter: der Weg ist das Ziel!

Die logische Grundlage allen Handelns – nicht nur im Escrima: Das balancierte Verhältnis zwischen Risiko und Sicherheit. Dabei ist das einzig logisch sinnvolle Verhältnis jenes von 0% Risiko und 100% Sicherheit! Wenn man dieses Denken auf alle Aspekte herunterbricht, entsteht automatisch der Begriff der ‚Redundanz‘ oder einfacher der ‚mehrfachen Sicherheit‘. Die immer wiederkehrende Tatsache, dass es oft nicht mehr möglich ist, einfach wegzugehen oder dass der Gewalttäter bereits die durch Deeskalation aufgestellten Grenzen ignoriert hat, soll bewußt machen, das ein Gewaltpräventions- training nicht nur auf verbalen Deeskalationstechniken aufbauen darf – das Trainingsverhältnis sollte körperlich 80 zu mental 20 Prozent liegen.
Die logische Tatsache dafür ist, dass der Körper auf nicht kontrollierbaren und nicht abänderbaren Reflexen beharrt, sobald man in die sogenannte ‚Panikphase‘ kommt. Somit ist es aufwändiger, den Körper zu einem kontrollierten Verhalten im Einklang mit den verbalen Deeskalationstechniken zu bringen, um eine Mehrfachsicherheit zu haben. Das Training in verbalen und verhaltensmässigen Deeskalationstechniken ist dagegen erheblich leichter und schneller umzusetzen.

Hierbei gilt es zu beachten: Jeder vermiedene Kampf ist ein gewonnener Kampf – sofern der potentielle Gewalttäter dies auch so zuläßt!

IST ESCRIMA ETWAS NEUES?



Ja und Nein – Escrima bedeutet Innovation der eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten durch konstante Arbeit. Obwohl aus der Vergangenheit stammend ist es aktueller denn je, denn Logik kennt keine Epochen! Escrima hat aber eine Geschichte seit ca. 500 Jahren.

Die von uns adoptierte Methode des Escrima ist die nach Großmeister Rene Latosa aus den USA. Das in über 30 Jahren angesammelte Know – How wird auf höchstem internationalen Niveau unterrichtet.

Lass die Logik und nicht die Annahme zu Deiner Maxime werden.

Die Aufnahme von Neuinteressenten erfolgt grundsätzlich über zwei Schritte:

1. die praktische Grundeinführung
2. das anschließende Probetraining.

Die praktische Grundeinführung ist Voraussetzung für das Kennenlernen des strategisch-logischen Ansatzes sowie und dem Kennenlernen Deines Körpers im Hinblick auf diese universelle Strategie. Das anschließende Probetraining verfolgt die Wahrnehmung ganz anderer Faktoren, wie z. B. dem Kennenlernen der Mitglieder, der Gruppen- und Trainingsdynamik, der Ausbilder, etc.

Grundeinführungen Escrima jeweils Mi ab 19h während des normalen Unterrichts. Die Grundeinführung Escrima findet in zwei Teilen statt.

Für weitere Fragen und Auskünfte sprich uns jederzeit direkt an.

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