Der Fehlbegriff des ‚persönlichen Unterrichts in den Kampfkünsten
Durchgehend wird heute die jeweilige
Unterrichtsform in den Kampfkünsten in die zwei Kategorien
eingestuft: Massenunterricht oder persönliche Unterweisung.
Dabei wird der Begriff des ‚persönlichen‘ Unterrichts oder der des ‚persönlichen Schülers‘ sehr gerne als subtile Darstellung für die Intention mißbraucht, seine eigene Person als einen besonderen, besonders geförderten oder den besonders geförderten Schüler darzustellen – einfach als denjenigen, der vom Lehrer die uneingeschränkte Aufmerksamkeit erhält.
Wie kam es zu diesen Begriffen? Um dies besser darstellen zu können, sollte man einen Kampfstil verbunden mit seiner Geschichte betrachten.
Die klassischen Kampfsportarten sind ein typischer Vertreter für den Begriff des ‚Massenunterrichtes‘, zumindest werden diese sehr oft unter diesem Begriff eingestuft. Die Geschichte der meisten Kampfsportarten entstammt der des militärischen Drills, da auch meistens die Begründer, einem Militärbereich oder einer Kriegerkaste entstammten.
Der Unterricht wird traditionell nach folgendem Muster durchgeführt: Der Ausbilder/Leiter/ Trainer steht vor der gesamten Gruppe, und gibt entsprechende Kommandos oder Anweisungen, die die Gruppe durchzuführen hat. Dabei wird der einzelne Teilnehmer in diese Gruppendynamik eingebunden. Sehr oft wird auch das Attribut des ‚Massenexerzierens‘ genannt, wenn man Demonstrationen oder größere Veranstaltungen beobachtet. Weiterhin gibt der Ausbilder/ Leiter/Trainer nur die Kommandos und Erklärungen, wie Übungen zu machen sind. Danach ist die Gruppe aufgefordert, dies entsprechend ‚nachzumachen‘.
Leider gibt es auf diesem Gebiet wenige Ausbilder /Leiter/ Trainer, die auch während der Übungsphase auf den einzelnen Teilnehmer eingehen. Dies bedeutet, das der Einzelne weniger direkt angesprochen wird, als daß die Gruppe ein visuelles Gesamtbild abliefern soll, welches den Gruppenerfolg kennzeichnet und dies somit dem Ausbilder /Leiter/Trainer das Feedback für einen erfolgreichen Unterricht darstellt.
Die obigen Ausführungen stellen keine Kritik dar, denn in der heutigen Zeit möchte jeder vermehrt individuelle Betreuung zum Preis eines Gruppenunterrichtes erhalten (‚Geiz ist Geil‘-Syndrom). Aber diese Form der Betreuung hat auch Vorteile: nämlich im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. Zu dieser Tatsache kommt hinzu, daß diese Kampfsportarten sehr oft mit Wettbewerben und Meisterschaften, also einem sportlichen Vergleich verbunden sind. Gerade durch die Versportlichung kommt ja auch der Anspruch hinzu, daß immer genügend Wettkämpfer zur Verfügung stehen, also genug Wettkämpfer durch einen Massenunterricht für den Wettkampf sozusagen ‚startklar‘ gemacht werden können.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, daß diese Kampfsportbereiche mittlerweile überwiegend oder fast schon ausschließlich nur noch von Kindern und Jugendlichen betrieben werden. Erwachsene, die über dieses Alter hinausgewachsen sind, meiden solche Formen des ‚quasi-militärischen‘ Unterrichts, da sie lieber eine auf sie zugeschnittene Unterrichtsform bevorzugen.
Im Einklang damit steht das Wing Tsun/Escrima: es wird zwar auch in Gruppen unterrichtet, aber der bedeutende Unterschied ist der, daß der Ausbilder/Leiter/Trainer während des Unterrichts den Einzelnen oder eine kleine Gruppe speziell korrigiert oder Erklärungen zukommen läßt. Hier wird sehr oft das Attribut des ‚persönlichen‘ Unterrichts angeführt.
Betrachtet man sich die Geschichte des Wing Tsun/Escrima, so waren diese beiden Kampfkünste davon geprägt, daß die erworbenen Kenntnisse immer im engen Familienverbund oder zumindest im näheren engen Familienumfeld weitergegeben wurden. Es gab in den beiden Kampfkünsten auch weniger den gruppenmilitärischen Hintergrund , als eher den des Einzelkämpfers. Dadurch entsteht eigentlich erst der sogenannte ‚persönliche‘ Unterricht. Der Ausbilder/Leiter/ Trainer muß innerhalb der Unterrichtszeit den Einzelnen oder kleinere Gruppeneinheiten abwechselnd betreuen. Allein die Tatsache, daß Konzepte und Strategien vermittelt werden, macht diese Unterrichtsform notwendig, da diese Konzepte und Strategien auf den Einzelnen heruntergebrochen werden müssen. Dies wäre in einer Unterrichtsform, wo der Ausbilder/Leiter/Trainer nur von vorne Kommandos oder Anweisungen gibt gar nicht möglich.
Daraus folgernd bedeutet der Begriff des ‚persönlichen‘ Unterrichts, daß der Einzelne auch im Gruppenunterricht speziell korrigiert oder geführt wird, unabhängig vom Zeitpensum, welches zur Verfügung steht.
Durch die erfolgreiche Verbreitung von Kampfkünsten und Kampfsportarten generell, haben sich wirtschaftliche Dynamiken gebildet, die in ihrer Darstellungsform die einzelne Person sehr stark einbezieht. Soll bedeuten, daß sich einige Ausbilder/Leiter/Trainer gerne als den ‚persönlichen Schüler‘ von Großmeister XY preisen. Sie werben sogar subtil mit der Tatsache, daß beide schon aus der gleichen Flasche getrunken haben ohne vorher abzuwischen....(Dank an Ausbilder Tino für diesen treffenden Ausspruch).
Hierbei soll der Umstand verdeutlicht werden, daß wenn ein solch inniges und uneingeschränktes Vetrauensverhältnis existiert, dann gibt es kein zweites – also einfacher gesagt: man stellt sich als den Auserwählten dar, um allen anderen mitzuteilen, daß man derjenige ist, der alles, aber auch restlos alles als einziger gelernt oder zumindest vermittelt bekommen hat (Leider sagt es nichts darüber aus, ob er auch derjenige ist, der alles richtig verstanden hat!). Es ist nur allzu menschlich, daß man sich gerne über die strukturelle Positionierung darstellt, als daß man sich über die Qualität seiner Unterrichtsaktivitäten definiert.
In diesem Zusammenhang wird deutlich, daß der Begriff des ‚persönlichen‘ Unterrichts gerne fehlinterpretiert wird, um den Charakter der rein individuellen Unterrichtsform der 1:1 Betreuung in der Außendarstellung für sich selber besser darstellen zu können.
Wenn man sich einmal das allgemeine Schulsystem betrachtet, dann wird auch hier deutlich, daß die Einstufung Klasse, Kurs und Einzelbetreuung (manchmal auch Nachhilfe genannt) überall existent ist und durchgängige Praxis ist.
Betrachten wir unter diesem Gesichtspunkt einmal die Altersstruktur, dann erkennen wir, daß das allgemeine Schulsystem die Kinder zu Jugendlichen und die Jugendlichen zu Erwachsenen heranbilden soll. Gehen wir von hier aus wieder zu den Unterrichtsformen, dann wird es deutlich, warum klassische Kampfsportarten mit dem Charakter ‚Massenunterricht‘ so stark von Kindern und Jugendlichen frequentiert werden. Der Erwachsene dagegen verlangt vielmehr an individueller Betreuung, da er mittlerweile seine Zeit als zu wertvoll für reines ‚Massenexerzieren‘ in der Gruppe betrachtet. Daraus folgt, daß der Erwachsene mehr Gehalt während seiner Freizeitbeschäftigung für sich selbst fordert, und dies schon deshalb eine ‚persönlichere‘ Ansprache notwendig macht.
In diesem Zusammenhang ist es aber wichtig zu betrachten, daß die Wissensvermittlung einen werthaltigen Dienst darstellt, der entsprechend kalkuliert und bepreist wird. Wie schon oben kurz erwähnt, hat die ‚Geiz ist Geil‘ Welle mittlerweile ihren Ausklang gefunden und damit wurde wieder einen Schritt in Richtung qualitatives Preis-/Leistungs-verhältnis genommen. Was all diejenigen positiv stimmt, die eine qualitative Leistung abliefern wollen.
Dabei wird der Begriff des ‚persönlichen‘ Unterrichts oder der des ‚persönlichen Schülers‘ sehr gerne als subtile Darstellung für die Intention mißbraucht, seine eigene Person als einen besonderen, besonders geförderten oder den besonders geförderten Schüler darzustellen – einfach als denjenigen, der vom Lehrer die uneingeschränkte Aufmerksamkeit erhält.
Wie kam es zu diesen Begriffen? Um dies besser darstellen zu können, sollte man einen Kampfstil verbunden mit seiner Geschichte betrachten.
Die klassischen Kampfsportarten sind ein typischer Vertreter für den Begriff des ‚Massenunterrichtes‘, zumindest werden diese sehr oft unter diesem Begriff eingestuft. Die Geschichte der meisten Kampfsportarten entstammt der des militärischen Drills, da auch meistens die Begründer, einem Militärbereich oder einer Kriegerkaste entstammten.
Der Unterricht wird traditionell nach folgendem Muster durchgeführt: Der Ausbilder/Leiter/ Trainer steht vor der gesamten Gruppe, und gibt entsprechende Kommandos oder Anweisungen, die die Gruppe durchzuführen hat. Dabei wird der einzelne Teilnehmer in diese Gruppendynamik eingebunden. Sehr oft wird auch das Attribut des ‚Massenexerzierens‘ genannt, wenn man Demonstrationen oder größere Veranstaltungen beobachtet. Weiterhin gibt der Ausbilder/ Leiter/Trainer nur die Kommandos und Erklärungen, wie Übungen zu machen sind. Danach ist die Gruppe aufgefordert, dies entsprechend ‚nachzumachen‘.
Leider gibt es auf diesem Gebiet wenige Ausbilder /Leiter/ Trainer, die auch während der Übungsphase auf den einzelnen Teilnehmer eingehen. Dies bedeutet, das der Einzelne weniger direkt angesprochen wird, als daß die Gruppe ein visuelles Gesamtbild abliefern soll, welches den Gruppenerfolg kennzeichnet und dies somit dem Ausbilder /Leiter/Trainer das Feedback für einen erfolgreichen Unterricht darstellt.
Die obigen Ausführungen stellen keine Kritik dar, denn in der heutigen Zeit möchte jeder vermehrt individuelle Betreuung zum Preis eines Gruppenunterrichtes erhalten (‚Geiz ist Geil‘-Syndrom). Aber diese Form der Betreuung hat auch Vorteile: nämlich im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. Zu dieser Tatsache kommt hinzu, daß diese Kampfsportarten sehr oft mit Wettbewerben und Meisterschaften, also einem sportlichen Vergleich verbunden sind. Gerade durch die Versportlichung kommt ja auch der Anspruch hinzu, daß immer genügend Wettkämpfer zur Verfügung stehen, also genug Wettkämpfer durch einen Massenunterricht für den Wettkampf sozusagen ‚startklar‘ gemacht werden können.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, daß diese Kampfsportbereiche mittlerweile überwiegend oder fast schon ausschließlich nur noch von Kindern und Jugendlichen betrieben werden. Erwachsene, die über dieses Alter hinausgewachsen sind, meiden solche Formen des ‚quasi-militärischen‘ Unterrichts, da sie lieber eine auf sie zugeschnittene Unterrichtsform bevorzugen.
Im Einklang damit steht das Wing Tsun/Escrima: es wird zwar auch in Gruppen unterrichtet, aber der bedeutende Unterschied ist der, daß der Ausbilder/Leiter/Trainer während des Unterrichts den Einzelnen oder eine kleine Gruppe speziell korrigiert oder Erklärungen zukommen läßt. Hier wird sehr oft das Attribut des ‚persönlichen‘ Unterrichts angeführt.
Betrachtet man sich die Geschichte des Wing Tsun/Escrima, so waren diese beiden Kampfkünste davon geprägt, daß die erworbenen Kenntnisse immer im engen Familienverbund oder zumindest im näheren engen Familienumfeld weitergegeben wurden. Es gab in den beiden Kampfkünsten auch weniger den gruppenmilitärischen Hintergrund , als eher den des Einzelkämpfers. Dadurch entsteht eigentlich erst der sogenannte ‚persönliche‘ Unterricht. Der Ausbilder/Leiter/ Trainer muß innerhalb der Unterrichtszeit den Einzelnen oder kleinere Gruppeneinheiten abwechselnd betreuen. Allein die Tatsache, daß Konzepte und Strategien vermittelt werden, macht diese Unterrichtsform notwendig, da diese Konzepte und Strategien auf den Einzelnen heruntergebrochen werden müssen. Dies wäre in einer Unterrichtsform, wo der Ausbilder/Leiter/Trainer nur von vorne Kommandos oder Anweisungen gibt gar nicht möglich.
Daraus folgernd bedeutet der Begriff des ‚persönlichen‘ Unterrichts, daß der Einzelne auch im Gruppenunterricht speziell korrigiert oder geführt wird, unabhängig vom Zeitpensum, welches zur Verfügung steht.
Durch die erfolgreiche Verbreitung von Kampfkünsten und Kampfsportarten generell, haben sich wirtschaftliche Dynamiken gebildet, die in ihrer Darstellungsform die einzelne Person sehr stark einbezieht. Soll bedeuten, daß sich einige Ausbilder/Leiter/Trainer gerne als den ‚persönlichen Schüler‘ von Großmeister XY preisen. Sie werben sogar subtil mit der Tatsache, daß beide schon aus der gleichen Flasche getrunken haben ohne vorher abzuwischen....(Dank an Ausbilder Tino für diesen treffenden Ausspruch).
Hierbei soll der Umstand verdeutlicht werden, daß wenn ein solch inniges und uneingeschränktes Vetrauensverhältnis existiert, dann gibt es kein zweites – also einfacher gesagt: man stellt sich als den Auserwählten dar, um allen anderen mitzuteilen, daß man derjenige ist, der alles, aber auch restlos alles als einziger gelernt oder zumindest vermittelt bekommen hat (Leider sagt es nichts darüber aus, ob er auch derjenige ist, der alles richtig verstanden hat!). Es ist nur allzu menschlich, daß man sich gerne über die strukturelle Positionierung darstellt, als daß man sich über die Qualität seiner Unterrichtsaktivitäten definiert.
In diesem Zusammenhang wird deutlich, daß der Begriff des ‚persönlichen‘ Unterrichts gerne fehlinterpretiert wird, um den Charakter der rein individuellen Unterrichtsform der 1:1 Betreuung in der Außendarstellung für sich selber besser darstellen zu können.
Wenn man sich einmal das allgemeine Schulsystem betrachtet, dann wird auch hier deutlich, daß die Einstufung Klasse, Kurs und Einzelbetreuung (manchmal auch Nachhilfe genannt) überall existent ist und durchgängige Praxis ist.
Betrachten wir unter diesem Gesichtspunkt einmal die Altersstruktur, dann erkennen wir, daß das allgemeine Schulsystem die Kinder zu Jugendlichen und die Jugendlichen zu Erwachsenen heranbilden soll. Gehen wir von hier aus wieder zu den Unterrichtsformen, dann wird es deutlich, warum klassische Kampfsportarten mit dem Charakter ‚Massenunterricht‘ so stark von Kindern und Jugendlichen frequentiert werden. Der Erwachsene dagegen verlangt vielmehr an individueller Betreuung, da er mittlerweile seine Zeit als zu wertvoll für reines ‚Massenexerzieren‘ in der Gruppe betrachtet. Daraus folgt, daß der Erwachsene mehr Gehalt während seiner Freizeitbeschäftigung für sich selbst fordert, und dies schon deshalb eine ‚persönlichere‘ Ansprache notwendig macht.
In diesem Zusammenhang ist es aber wichtig zu betrachten, daß die Wissensvermittlung einen werthaltigen Dienst darstellt, der entsprechend kalkuliert und bepreist wird. Wie schon oben kurz erwähnt, hat die ‚Geiz ist Geil‘ Welle mittlerweile ihren Ausklang gefunden und damit wurde wieder einen Schritt in Richtung qualitatives Preis-/Leistungs-verhältnis genommen. Was all diejenigen positiv stimmt, die eine qualitative Leistung abliefern wollen.

